Art work

Art work never hurt anyone // 2021 / Installation / Mixed Media / Dimensionen variabel, mit René van Raemdonck

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Art work never hurt anyone – Die Ästhetisierung von Armut und Arbeitswelten in der Mode

Die Ausstellung Art work never hurt anyone war im Februar 2021 in drei Schaufenstern der Eisenbahnstraße 97 in Leipzig zu sehen.

Einen Teil dieser Ausstellung bildete die Jobcenter Modekollektion.

Diese versteht sich als Kommentar zu zwei Modetrends der letzten Jahre: Erstens das Zitieren von Arbeitskleidung beziehungsweise Konsumartikeln der Arbeiter*innenschicht durch Luxuslabels wie Vetements oder Balenciaga.

Zweitens die 2020 erschienenen Discounter-Modekollektionen von Aldi Nord beziehungsweise Lidl, bei der das Markenlogo ebendieser Discounter auf Textilien gedruckt als subversiver Schick einer selbstbewussten Arbeiter*innenklasse vermarktet wurde.

Ich möchte in diesem Essay zeigen, dass sowohl die ironisch zwinkernden Luxusaccessoires als auch die auf „urbaner Schick“ gestylten Artikel der Discounter-Kollektionen einen anderen Bezug zum Thema Arbeit haben, als sie vorgeben.

Luxus-Fashion, die Armut und prekäre Arbeitswelten zitiert

Art work never hurt anyone, da klingt das martialische englische Sprichwort Hard work never hurt anyone an.

„Arme Menschen sind einfach arm, Understatement aber muss man sich leisten können.“[1] eröffnet Johannes Schneider seinen Kommentar zur 550,- € teuren Ledertasche, deren Design an die Aldi-Tüte angelehnt ist.

Mode kann man ablegen. Armut und die damit einhergehende soziale Stigmatisierung nicht. Aber warum möchte man sie anziehen?

Um die eigenen, klassenbewussten Eltern zu ärgern?

Angenommen, mit der Wahl des Outfits wird Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe demonstriert, dann stellt sich die Frage, ob das Tragen eines, der Arbeitskleidung von DHL täuschend ähnlichen T-Shirts[2] der Luxusmarke Vetements im Wert von 250,- € Camouflage ist.

Schämt sich die Bourgeoisie für ihr Geld? Wohl kaum, denn Eingeweihte – und um diese geht es – erkennen den Designartikel als das, was er ist.

Es ist wichtig, festzuhalten, dass die Kommunikation der Fake-Billo-Designartikel sich nach innen richtet, an die eigene Einkommensgruppe, und den Kontakt zu den Menschen, die das „Original“ dieser Klamotten acht Stunden am Tag als Uniform tragen müssen, vermeidet. Wäre es im Laufe der Vermarktung der Luxusartikel zu einer Überschneidung der Lebenswelten gekommen, hätte dies Gelegenheit geboten, in Dialog zu treten mit denjenigen, von denen man sich da inspirieren lässt. Aber so bleiben diese weiterhin die anderen – etwas Fremdes, Bizarres, Unattraktives, von dem man sich abgrenzt.

Hella Schneider behauptet in ihrem Artikel in der Zeitschrift Vogue, es gehe bei der Mode von Vetements um das selbstbewusste Aneignen von Makeln: „[Designer Demna Gvasalia] nimmt etwas Dagewesenes, etwas, das allgemein als hässlich oder uncool gilt, und macht es sich zu eigen. Dass das dann plötzlich cool wird, ist ganz einfach der Appeal von sicherem Selbstbewusstsein. Wer selbstbewusst mit Fehlern umgeht, dreht diesen Fehler in etwas Positives, Attraktives.“[3]

Was wäre daran falsch, ein Stigma zur Coolness zu erklären? Nichts, wenn es denn die eigenen Male sind, für die man gesellschaftlich geächtet wird. Wenn aber die „Fehler“ der anderen als Schick aufgetragen werden, dann hat das nichts mit Selbstbewusstsein zu tun, sondern mit dem Unterstreichen der fundamentalen Unterschiedlichkeit.

In seinem Buch „Times Square Red, Times Square Blue“ nennt der US-amerikanische Schriftsteller Samuel R. Delany eine zwanglose Interaktion zwischen einander fremden Menschen im Stadtraum contact oder contact situation. „There is no way people can move comfortably between classes if the classes themselves do not have repeated, pleasant social interactions with one another, class war or not.“[4]

Delany unterstreicht, wie wichtig das Zustandekommen von Austausch zwischen sozial und ökonomisch unterschiedlich gestellten Menschen in Form von Gesprächen, sexuellen Begegnungen oder der gemeinsamen Nutzung von Orten und Einrichtungen für die Befriedigung grundlegender Bedürfnisse für die Demokratie ist: „Interclass contact conducted in a mode of good will is the locus of democracy as visible social drama […]“.[5]

Hier hätte die Chance gelegen, das Versprechen von Provokation, das in dem modischen Crossover von Arm und Reich liegt, einzulösen. Aber in der kontextlosen ästhetischen Anleihe von oben nach unten, die letztlich nur der Abgrenzung dient, bleibt alles ein Zitat von Punk. An der Trennung der Lebenssphären wird nicht gerührt: Klingelt die DHL-Botin bei einem Vetements-Kunden …

Kleidung dient nicht nur der Assoziation mit einer Gruppe, sondern soll auch den eigenen Status innerhalb dieser unterstreichen.

Werden mit einer Aldi-Tüten-Lookalike-Tasche für 550,- € die eigenen Privilegien zur Schau getragen: nicht arm, nicht angewiesen auf monotone und kräftezehrende Lohnarbeit? Bestimmt. Aber Reichtum und die Zugehörigkeit zu einer modebewussten Gruppe von Menschen ließe sich auch mit anderen Luxusartikeln demonstrieren.

Was macht ein teures Markenkleidungsstück begehrenswert, das einen Bezug herstellt zu Armut, prekären Arbeitsverhältnissen und geringen gesellschaftlichen Aufstiegschancen? Worin liegt die Hotness?

Mode ist wie ein Fetisch. Sie lädt die Träger*in auf und verspricht, wie andere Produkte auch (etwa Biolabel), ein bestimmtes Lebensgefühl.

Welcher Geist wird herbeizitiert, wenn eine Uniform der Arbeiter*innenklasse zu High Fashion recycelt und aufgetragen wird?

Gefährlichkeit der unterdrückten Klassen? Sexyness? Realness?

Soll die Anmutung von Bodenständigkeit, „ehrlicher“ oder harter körperlicher Arbeit erweckt werden (durch die man es geschafft hat, dieser zu entkommen)? Anstatt sich dazu zu bekennen, dass (der eigene) Reichtum in den allermeisten Fällen durch Erbe und/oder die Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Klasse und ihren Möglichkeiten erworben wird[6] und selten allein mit individueller Leistung zu tun hat, klingt ein Grundmythos der modernen Leistungsgesellschaft an: dass harte Arbeit zu Wohlstand führt – und darum die Verteilung gerecht sei. Damit ist man eben nicht „nur“ reich, sondern gibt auch noch vor, die Siegerin in einem lauteren Wettbewerb zu sein. Es ist eine Affirmation der Verhältnisse, die den eigenen Wohlstand mitbegründen.

Discounter-Mode, die vorgibt, diejenigen zu würdigen, die auf billige Produkte angewiesen sind

Art work never hurt anyone, „Kunstwerk, verletze niemanden“, ein Appell an das Kunstwerk selbst, gefällig zu sein (damit man es vermarkten und verkaufen kann).

Die Aldi-Kollektion wurde von Hersteller*innenseite unter dem Stichwort „Street Credibility“ vermarktet: „Egal, was die Leute denken, die Hauptsache ist: Du bleibst du. Also sei du selbst, zeig es der Welt und sag es laut: Ich bin Original!“[7]

Die Armen werden also zur Bejahung dessen auffordert, was ohnehin schon ihre Realität ist. Aber eine selbstbewusste Aneignung der eigenen Lebensumstände kann nicht dadurch erreicht werden, indem man die, von der Industrie zur Coolness erklärte, Eingeschränktheit der Wahlmöglichkeiten wiederum als Lifestyle-Produkt konsumiert.

Wer in Deutschland Grundsicherung bezieht, dem stehen monatlich 446,- € zum Leben zur Verfügung (Stand Februar 2021). Das ist der Grund, Ja zu sagen zu Ja!-Produkten.

Aldi erklärt die Notwendigkeit kurzerhand zum Trend, als würde eine selbstbewusste Akzentsetzung nicht Wahlfreiheit voraussetzen. Damit wird die Realität von Arbeitslosigkeit, aber auch von Arbeit im Niedriglohnsektor ignoriert. Der Mindestlohn in Deutschland liegt 2021 bei 9,50 € pro Stunde. 2015 wurde er eingeführt und lag damals bei 8,50 €. Das ist ein Anstieg von rund 11,76 %. Vergleichsweise stiegen im selben Zeitraum die Ticketpreise der Deutschen Bahn im Nahverkehr um 15 %. Und auch andere Waren und Dienstleistungen werden teurer.

Bestenfalls verschaffen die Kollektionen von Aldi und Lidl ihren Kund*innen eine Einnahmequelle, wenn findige Menschen den Hype nutzen, um die Textilien online zu einem Preis zu verkaufen, der es mit der Vetements-Kollektion aufnehmen kann. Aber auch damit unterstützen sie die Werbeaktion der Supermarktriesen, und zwar ganz umsonst.

Art work never hurt anyone

„Kunst hat noch niemandem wehgetan“, hier geht es um die Harmlosigkeit von Kunstwerken. Darum darf die Kunst alles, natürlich auch kritisch sein: sie tut ja niemandem weh, das heißt, sie bleibt gesellschaftlich, politisch und ökonomisch folgenlos, unter anderem, weil sie auch Ware ist.

In welchem Verhältnis zu den beschriebenen Vorgängen in der Modewelt steht nun eine in einer Kunstausstellung gezeigte Modekollektion, die das Office-Design des Jobcenters in DIY-Manier auf Alltagskleidung anwendet?

Auch diese Kleidungsstücke geben einen Kommentar zur Arbeitswelt ab. Während die Discounter-Mode die aus schlecht bezahlter Lohnarbeit oder Arbeitslosigkeit folgende Armut glorifiziert, feiert die Jobcenter Modekollektion den Status der Arbeitslosigkeit selbst. Das rührt an das Tabu des Kapitalismus schlechthin, der auf die Arbeit der Menschen als Quelle der Ausbeutung angewiesen ist.

Der Wille zur Arbeit wird im Kapitalismus vorausgesetzt, ebenso die Scham über den Bezug staatlicher Unterstützung. Selbstbewusst die eigene Arbeitslosigkeit zur Schau zu tragen, stellt Lohnarbeit und die Verhältnisse, in denen sie stattfindet, an sich infrage.

Während die auf Working Class gebürstete Designermode auf ganz unironische Weise den Mythos, dass Reichtum verdient werden muss (und somit, wenn vorhanden, verdient ist und verdient werden soll) anführt, kann die Jobcenter-Mode im Sinne des Schriftstellers und ehemaligen Hausphilosophen des Centraltheaters Leipzig, Guillaume Paoli gelesen werden, der Ende der 1990er Jahre als Theoretiker der „Glücklichen Arbeitslosen“ auftrat.

Hier ein Auszug aus ihrem Manifest: „»Arbeitslosigkeit« ist ein schlechtes Wort, ein negativ besetzter Begriff, die Kehrseite der Medaille der Arbeit. Ein Arbeitsloser ist bloß ein Arbeiter ohne Arbeit. Dabei wird über den Menschen als Poet, als Reisender, als Suchender, als Atmender nichts gesagt. […] Noch vor zwanzig Jahren konnten die Arbeiter ihre Arbeit und auch die Arbeit an sich in Frage stellen. Heute müssen sie, nur weil sie nicht arbeitslos sind, Zufriedenheit heucheln, und die Arbeitslosen müssen, nur weil sie keine Arbeit haben, Unzufriedenheit heucheln. Somit hat sich die Kritik der Arbeit in Wohlgefallen aufgelöst.“[8]

Man muss, wenn man Unterstützung vom Staat erhält, nicht nur Ja sagen zu Ja!-Produkten, sondern auch zu einer bestimmten Arbeitsmoral, zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit („Verfügbarkeit“), Kontrolle und Entblößung („Mitwirkungs- und Mitteilungspflichten“), zur Selbstvermarktung und Selbstausbeutung („Eigenbemühungen“, „zumutbare Beschäftigung“[9]).

Das Jobcenter-Logo zur Marke zu machen, ist nur folgerichtig: Vom Branding, dem Brandmarken von Tieren mit glühenden Eisen, um ihre Zugehörigkeit zu einer Tierrasse oder Eigentümerin zu markieren, kommt das englische Wort für Marke, brand.

Es sind unter Schmerzen erworbene Male der Zugehörigkeit. Die Brandmarkung war auch eine mittelalterliche Körperstrafe, das Vergehen wurde durch das sichtbare Zeichen quasi zur Identität der Person.

Das Markiert-sein (als unfreies Lebewesen oder als Mensch mit einem nicht entfernbaren Makel) ist Teil der Erfahrung von arbeitslosen Menschen, weil gegenwärtig der Staat umfassenden Zugriff auf diese Personen ausübt.

37,01 € des monatlichen Regelbedarfs von alleinstehenden Hartz-IV-Bezieher*innen sind vorgesehen, um Kleidung und Schuhe zu kaufen. Das heißt, viele von ihnen sind auf Second-Hand-Kleidung angewiesen.

Eine selbstbewusste oder subversive Aneignung von Armut (oder allen anderen strukturellen Benachteiligungen) muss den Menschen, die sie erleben, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln möglich sein – unabhängig davon, ob sie davon tatsächlich Gebrauch machen.

Die DIY-Ästhetik der Jobcenter Modekollektion lädt zur Nachahmung ein – jede Person kann im Grunde ihre eigenen Jobcenter-Outfits herstellen – im Rahmen der Kunst, denn sonst handelt es sich um eine Urheberrechtsverletzung.

Die Verortung im System Kunst macht die Kollektion zu einer Idee: Es handelt sich eben nicht um eine wirkliche Modekollektion, die, in welcher Auflage auch immer, gekauft werden kann. Sondern um Unikate, die im besonderen Rahmen Kunst ausgestellt oder in einem performativen Akt getragen werden können.

Einerseits ermöglicht dies, zu träumen: Was wäre, wenn es diese Kollektion wirklich gäbe?

Würde sie dann nur an die Kund*innen des Jobcenters verteilt? Wäre es hip, sie zu tragen?

Wäre der Onlinehandel voller Anzeigen, nach dem Motto „Verkaufe meinen original Jobcenter-Rock – NUR ABHOLUNG“(, denn nur Einnahmen, die 100 € im Monat nicht übersteigen sind in der Grundsicherung anrechnungsfrei)?

Natürlich handelt es sich bei Kunst auch um etwas, das auf einem Markt, dem Kunstmarkt, existiert.

Auch dieser Weg der Thematisierung von Armut hat seine Grenzen. Es funktioniert, weil ich (mit meinem Namen und damit meiner künstlerischen Arbeit) noch keine Marke geworden bin. Damit existiert die Arbeit zwar als Kunst, steht aber als Ladenhüter im System Kunstmarkt.

Am Ende schafft die Jobcenter Modekollektion hoffentlich Reibung, indem Widersprüche offengelegt und sagbar gemacht werden, anstatt sie zu leugnen oder zu verwischen.

[1] https://www.zeit.de/kultur/kunst/2020-01/lars-eidinger-aldi-tuete-guenter-fruhtrunk-armut-modedesign

[2] https://www.vogue.de/mode/artikel/vetements-dhl

[3] https://www.vogue.de/mode/mode-news/vetements-prozess-wegen-polizei-cape

[4] Samuel R. Delany: „Times Square Red, Times Square Blue“, S. 173, 1999, New York University Press, New York und London

[5] ebenda, S. 198

[6] „Wenn sie 215 Millionen haben, dann, sagen wir mal so, schmeißen Sie das Geld zum Fenster raus und dann kommt’s zur Tür wieder rein. Sie kriegen es nicht kaputt, Sie kaufen Autos, das Auto kriegt Mehrwert, sie kaufen Häuser, die Immobilien kriegen einen Mehrwert, Sie gehen in Gold, das Gold wird mehr wert, Sie können es nicht durch Konsum zerstören, das Geld.“

Christoph Gröner in UNGLEICHLAND, Dokumentation, WDR, 2018 https://www.youtube.com/watch?v=2Y2WxM2Srlc

[7] https://www.aldi-nord.de/themenwelten/aldi-original.html

[8] http://www.satt.org/gesellschaft/glar_1.html

[9] https://www.arbeitsagentur.de/datei/merkblatt-fuer-arbeitslose_ba015368.pdf

Art work never hurt anyone – How poverty and workwear become high fashion

The exhibition Art work never hurt anyone was on display in three shop windows at Eisenbahnstraße 97 in Leipzig in February 2021.

One part of this exhibition was the Jobcenter fashion collection.

This collection is a commentary on two fashion trends of the past few years: firstly, the quotation of workwear and consumer articles of the working class by luxury labels such as Vetements or Balenciaga.

Secondly, the discounter fashion collections of Aldi Nord and Lidl that appeared in 2020, in which the brand logos of these discounters were printed on textiles and marketed as subversive chic of a self-confident working class.

In this essay, I would like to show that both the ironically winking luxury accessories and the articles of the discounter collections styled as „urban chic“ have a different relation to the topic of labour than they pretend to.

Luxury fashion that cites poverty and precarious working environments

Art work never hurts anyone, here resonates the almost homophonic, martial English saying Hard work never hurts anyone.

„Poor people are simply poor, but understatement is something you have to be able to afford.“[1] With this commentary, Johannes Schneider opens his article on the €550 leather bag, whose design is based on the Aldi plastic bag.

Clothing can be put on and stripped at will. Poverty and the social stigmatisation that goes with it cannot. But why does one want to wear it?

To annoy one’s class-conscious parents?

Assuming that by choosing an outfit one demonstrates belonging to a certain group, the question arises whether wearing a t-shirt [2] by the luxury brand Vetements worth €250, which deceptively resembles DHL’s work clothes, is camouflage.

Are the bourgeois ashamed of their money? Hardly, because insiders – and it is them the message of the garment is aimed at – recognise the designer item for what it is.

It is important to note that the communication of the fake-cheap design articles is directed inwards, to their own income group, and avoids contact with the people who have to wear the „original“ of these clothes eight hours a day as a uniform. If, in the course of marketing the luxury articles, there had been an overlap of living environments, this would have provided an opportunity to enter into dialogue with those from whom one draws inspiration. However, as it is, they remain the others – something foreign, bizarre, unattractive, rather watched from a distance.

In her article in Vogue magazine, Hella Schneider claims that Vetements fashion is about the self-confident appropriation of flaws: „[Designer Demna Gvasalia] takes something that exists, something that is generally considered ugly or uncool, and makes it his own. The fact that it then suddenly becomes cool is quite simply the appeal of confident self-assurance. If you are confident with flaws, you turn that flaw into something positive, attractive.“[3]

Is there anything wrong with proudly owning what one is being ostracised for? Of course not, but putting on the „flaws“ of others as chic has nothing to do with self-confidence, but with underlining a fundamental difference.

In his book „Times Square Red, Times Square Blue“, the American writer Samuel R. Delany calls casual interaction between strangers in urban space contact or contact situation. „There is no way people can move comfortably between classes if the classes themselves do not have repeated pleasant social interactions with one another, class war or not.“ [4]

Delany underlines the importance of exchanges between people of socially and economically different standing for democracy; through conversations, sexual encounters or the common use of places and facilities for the satisfaction of basic needs: „Interclass contact conducted in a mode of good will is the locus of democracy as visible social drama […]“[5].

Here would have been the chance to redeem the promise of provocation inherent in the fashionable crossover of rich and poor. But the contextless aesthetic borrowing from the top to the bottom, which ultimately only serves to define a border, remains a quotation of punk. The separation of the spheres of life is neither touched nor put into question: When the DHL messenger rings the doorbell of a Vetements customer …

Clothes serve not only to associate with a group, they also  underline one’s own status within it.

Does an Aldi bag lookalike for €550 show off one’s privileges: not poor, not dependent on monotonous and exhausting wage labour? Certainly. But wealth and a sense of fashion could also be demonstrated with other luxury items.

What makes an expensive piece of brand-name clothing desirable that creates a link to poverty, precarious working conditions and few opportunities for social advancement? Wherein lies the hotness?

Fashion is like a fetish. It charges the wearer and, like other products (such as organic labels), promises a certain attitude to life.

What spirit shall be conjured, when a uniform of the working class is recycled and worn as high fashion?

Dangerousness of the oppressed classes? Sexyness? Realness?

Should it create an impression of down-to-earthness, of „honest“ or hard physical work (through which one has managed to escape the very thing)? Instead of acknowledging that (one’s own) wealth is in most cases acquired through inheritance and/or belonging to a social class and its opportunities [6] and rarely has to do with individual achievement alone, a basic myth of the modern meritocracy is echoed: that hard work leads to wealth – and therefore distribution is fair. This means that one is not „only“ rich, but also presents as the winner in a fair competition. It is an affirmation of the conditions that enable one’s own prosperity.

Discounter fashion that claims to dignify those who rely on cheap products

Art work never hurt anyone, an appeal to the artwork itself to be pleasing (so that it can be marketed and sold).

The Aldi collection was marketed by the manufacturer under the keyword „street credibility“: „No matter what people think, the main thing is: you remain you. So be yourself, show it to the world and say it loud: I am original!“ [7]

The poor are thus called upon to affirm what is already their reality. But a self-confident appropriation of one’s own living conditions cannot be achieved by consuming the limited choices, which the industry has declared to be cool, as a lifestyle product.

Those who receive basic income support in Germany have €446 a month to live on (as of February 2021). That is the reason to say yes to JA! products (discounter brand of Rewe).

Aldi declares the dependency on a cheap alternative to be a trend, as if self-confident accentuation does not presuppose freedom of choice. This ignores the reality of unemployment, but also of work in the low-wage sector. The minimum wage in Germany in 2021 is €9.50 per hour. It was introduced in 2015 and was at €8.50 at the time. That is an increase of around 11.76 %. Comparatively, the ticket prices of Deutsche Bahn for local transport increased by 15 % in the same period. And other goods and services are also becoming more expensive.

At best, the collections of Aldi and Lidl provide their customers with a source of income when resourceful people use the hype to sell the textiles online at a price that rivals the Vetements collection. But they are also supporting the supermarket giants‘ advertising campaign, and for free.

Art work never hurt anyone

„Art has never hurt anyone“, this is about the harmlessness of artworks. That’s why art is allowed to be everything, including critical, of course: after all, it doesn’t hurt anyone, which means it remains without consequence socially, politically and economically, partly because it is also a commodity.

How does a fashion collection shown in an art exhibition, which applies the office design of the job centre to everyday clothing in a DIY manner, relate to the described processes in the fashion world?

These garments also provide a commentary on the world of work. While discounter fashion glorifies the poverty that follows from poorly paid wage labour or unemployment, the Jobcenter fashion collection celebrates the status of unemployment itself. This touches on the taboo of capitalism par excellence, which depends on people’s labour as a source of exploitation.

The will to work is presupposed in capitalism, as is the shame of receiving state support. Self-consciously displaying one’s own unemployment questions wage labour and the conditions in which it takes place.

Designer fashion brushed up (or rather: down) as working class items quite unironically invokes the myth that wealth must be earned (and thus, if present, is earned and should be earned). In contrast, the job centre fashion can be read in the spirit of the writer and philosopher Guillaume Paoli, who emerged in the late 1990s as the theorist of the „Happyly Unemployed“.

Here is an excerpt from their manifesto: „‚Unemployment‘ is a bad word, a term with negative connotations, the other side of the coin of work. An unemployed person is merely a worker without work. Yet nothing is said about man as a poet, as a traveller, as a seeker, as a breather. […] Twenty years ago, workers could still question their work and work itself. Today, just because they are not unemployed, they have to feign satisfaction, and the unemployed, just because they have no work, have to feign discontent. Thus, the critique of work has dissolved into nothingness.“ [8]

One has to say yes when receiving support from the state, not only to JA! products, but also to a certain work ethic, to the restriction of freedom of movement („availability“), control and exposure („duties to cooperate and communicate“), to self-promotion and self-exploitation („self-effort“, „reasonable employment“ [9]).

Making the job centre logo a brand is only logical: brand comes from branding, the marking of animals with red-hot irons to indicate their belonging to a breed or owner.

They are painfully acquired marks of belonging. Branding was also a medieval corporal punishment; the offence became the person’s identity, so to speak, through the visible mark.

Being marked (as an unfree living being or as a human being with an irremovable stain) is part of the experience of unemployed people, because at present the state has extensive access to these people.

37.01 € of the monthly standard needs of single welfare recipients in Germany are earmarked to buy clothes and shoes. This means that many of them are dependent on second-hand clothes.

A self-conscious or subversive appropriation of poverty (or any structural disadvantage) must be feasible for the people who experience it with the means at their disposal – regardless of whether they actually make use of them.

The DIY aesthetic of the Jobcentre fashion collection invites imitation – any person can basically make their own Jobcentre outfits – within the framework of art, because otherwise it might be considered a copyright infringement.

Being located in the art system turns the collection into an idea: it is not a real fashion collection that can be bought in whatever edition. Rather, they are unique pieces that can be exhibited in a special art context or worn in a performative act.

This makes it possible to dream: what if this collection really existed?

Would it then only be distributed to the clients of the job centre? Would it be hip to wear it?

Would ebay be full of ads reading „Selling my original Jobcentre skirt – CASH PAYMENT ONLY“ (because all income from benefit recipients is deducted from the basic income support)?

Of course, art is also something that exists on a market, the art market.

This way of addressing poverty also has its limits. It works because my name and thus my artistic work have not yet become a brand. In this way the work exists as art, but it stands as a shelf warmer in the art market system.

In the end, the Jobcenter fashion collection hopefully creates friction by revealing contradictions and making them sayable instead of denying or blurring them.