This Beauty

How dare they try to end this beauty?

2018 // 3D-Sound-Skulptur / abgebrannte Feuerwerkskörper, 19 min. Soundloop / 3 x 3 x 3 m
mit Felix Deufel

VIDEO

Eine Arbeit über die Möglichkeiten des Aufbegehrens, die Kraft, Radikalität und Erschöpfung der Körper, Stimmen, die sich vereinen, Stimmen, die vereinzeln.

Der Anblick ist abgebrannt, die Stimmung ausgelassen.

Aus den Röhren verkohlter Silvesterböller ertönt ein seltsames Feuerwerk. Menschliche Stimmen ahmen den Klang von Wunderkerzen, Heulern und Raketen nach. Aus vier in den Feuerwerksbatterien eingebauten Lautsprechern legt sich dieser Chor ins Zeug, und wenn einem die Puste ausgeht, setzt die Nächste ein.

Die lustvolle Erkundung der Möglichkeiten des eigenen Körpers als Mittel persönlicher und politischer Revolution erreichte 1968  breite Massen. Es ist eine ermächtigende Erfahrung, die eigene Stimme zu erheben und zu erkennen, wie weit diese trägt, wenn viele sich vereinen. Doch Hedonismus mit politischer Dimension gerinnt zu Ernüchterung, wenn gewonnene Freiheiten zu Lifestyle Artikeln werden.

Sich gegenseitig motivieren, einstimmen, einander hören funktioniert nur als gelebte Praxis. Dazu gehört die Solidarisierung mit denen, die gerade aus dem letzten Loch pfeifen. Das Feuerwerk währt nur genau so lange, wie es jemand krachen lässt.

In „How dare they try to end this beauty?“ hallt zwischen Blindgängern und Rohrkrepierern das Aufbegehren von 1968 nach, gerade dort, wo es vor fünfzig Jahren zu kurz gegriffen hat oder erstickt wurde. Die Frauenbewegung, die Realisierung der dritten Option beim Geschlechtseintrag in Deutschland bis Ende 2018, es rumort, und manchmal gibt es etwas zu feiern.